Im Frühjahr 2003 wurde ein sog. „Kräutererlebnispfad“ angelegt. Es handelt sich dabei um einen rund 700 m langen Fußweg, der teils über Wiesen und Felder, teils einen Waldrand entlang führt. Ein Teil des „Kräutererlebnispfades“ besteht aus einem alten Hohlweg, der in früheren Zeiten vor allem von Weidevieh begangen wurde. Eulen, aus Baumstämmen und Brettern angefertigt, weisen mit ihren Flügeln dem Besucher den Weg. Insgesamt handelt es sich um einen meditativen Rundgang, dessen Ziel es ist, den Menschen ein Stück unberührte Natur näher zu bringen.


Wegweiser

Bäume und Zwerge

Mit philosophisch-meditativen und einigen wissenschaftlichen Texten wurden u.a. folgende Schwerpunkte thematisiert:

Speisepilze

Anbau von Kulturspeisepilzen: es wird gezeigt, wie man auf Laubholz schmackhafte Kulturspeisepilze züchten kann

Zaun

am Beispiel eines typischen Tiroler Speltenzaunes werden die Bedeutung eines Zaunes früher und heute sowie die Etymologie des Wortes „Zaun“ erörtert

Zaun
Im Mittel- und Althochdeutschen bedeutet "zun" "Umzäunung, Hecke, Gehege". Im Wort "Gehege" findet sich die germanische Wortgruppe "hac" in der Bedeutung von "Gehege, eingezäunter Ort, umfriedeter Wald". Ableitungen zu derselben Wurzel sind "Hain, Hecke, hegen". Mit "hac" verwandt ist auch das Wort "Hexe" (mittelhochdeutsch: hecse, hesse; althochdeutsch: hagzissa). Demnach ist eine Hexe ein sich auf Zäunen oder Hecken aufhaltendes dämonisches Wesen, eine Zaunreiterin. Im ausgehenden Mittelalter ging das Wort "Hexe" für einen weiblichen Geist auf eine Frau über, die mit dem Teufel im Bunde steht und über magische Kräfte verfügt.
Bis herauf in die Neuzeit war der Zaun eine Abgrenzung vor der Wildnis. Er schützte Mensch und Tier vor den Gefahren der Wildnis. Hinter dem Zaun war das Unbekannte, die Gefahr. Der moderne Mensch grenzt sich mit einem Zaun, einem Gehege vor den Gefahren der Zivilisation ab; der Zaun oder ein Gehege schützen heute ein kleines Stück Wildheit vor den Unbilden der modernen Welt.


Runen: deren Zauber und Magie

Runen sind germanische Schriftzeichen, die am Beginn unserer Zeitrechnung aus Alphabeten der Mittelmeersprachen und aus älteren germanischen Symbolzeichen gebildet wurden. Bis zum 5. Jahrhundert entwickelte sich eine weitgehend einheitliche Runenschrift, die aus 24 Runen besteht. Nach den ersten sechs Lauten wird sie als ”Älteres Futhark” bezeichnet. Es sind mehr als 200 Runenfunde im älteren Futhark bekannt, drei Viertel davon stammen aus dem skandinavischen Raum.
Als magisches System eröffnen Runen den Zugang zur anderen Welt. Sie sind auf drei Ebenen aktiv: konstruktiv (positiv), neutral und destruktiv (negativ). ”rune” bedeutet im Althochdeutschen ”Geheimnis”, ”Mysterium”; davon abgeleitet ist das Verb ”raunen” im Sinne von ”Geheimnisse flüstern”. Auch in der heutigen Zeit werden Runen als Symbole der Kraft verwendet; beispielsweise tragen amerikanische Notarztwagen das Runenzeichen ”Hagalaz”, das Andreaskreuzentspricht dem Runenzeichen ”Gebo”.

Wacholder

Zauber, Magie und Etymologie dieser uralten Heilpflanze

Wacholder (Juniperus communis)
Der Wacholder zählt zu den ältesten Heil- und Gewürzpflanzen. Noch heute verwenden ihn unsere Bauern zum Räuchern von Speck und Wurst. Seine Beeren sind ein beliebtes Gwürz für Sauerkraut, Saucen und viele Fleischgerichte. In Schnaps eingelegt, ist der sog. "Wacholdergeist" sehr beliebt zum Einreiben bei Gicht, Rheuma, Muskelschmerzen und Neuralgien.
Um den Wacholder ranken sich zahllose Mythen, Sagen und Bräuche. Er wurde als Gegenzauber gegen Teufel, Hexen und Kobolde benutzt. Man räucherte vor dem Viehaustrieb damit den Stall, damit keine Hexe über das Vieh und in den Stall komme. Selbst die Milch schützte man vor dem Verhexen, indem man sie mit einem Wacholderstock umrührte. Eine Geschichte erzählt, dass zur Zeit der Pest ein Vogel erschien und den Menschen zurief: "Esst's Kranewitt (Wacholder) und Bibernell, dann sterbt ihr net so schnell!"
Das Wort "Wacholder" enthält einen Stamm, der wahrscheinlich von "wickeln" abgeleitet ist. Wacholderzweige wurden in alter Zeit nämlich zum Flechten verwendet. Im Wort "Wacholder" steckt auch das germanische Baumsuffix "d(e)r" mit der Grundbedeutung "Baum" (siehe auch "Flieder", "Holunder").

Wielenberg

Das Bergdörflein Wielenberg im Wandel der Zeit

Das Bergdörflein "Wielenberg" ist die älteste Siedlung im Gemeindegebiet von Percha. Die sonnige Anhöhe am sanft auslaufenden Berghang lockte schon sehr früh zur Siedlung an. Als "locus Welinberc" tritt Wielenberg um 1030 zum ersten Mal in Verbindung mit der Grafschaft Engelberts (comitatus Engilberti) in Erscheinung. Bis herauf in die 70er-Jahre bestanden in Wielenberg lediglich sieben Bauernhöfe, von denen einer aufgelassen ist. Inzwischen wurden mehrere Neubauten errichtet, welche den ursprünglichen Charakter dieses Weilers verändert haben. Das Kirchlein zu Wielenberg wird im 11. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit haben sich noch die Langhausmauern erhalten. Der heutige Turm mit der einmaligen Treppengiebelmauer stammt aus dem Jahr 1875. Damals hat der Blitz in der Kirche eingeschlagen, wobei das Dach des alten spätgotischen Turmes ein Raub der Flammen wurde. Das Kirchlein ist dem Heiligen Koloman (Kolumban) geweiht.

Am Ende des Kräutererlebnispfades trifft der „Wanderer“ auf unseren wunderschönen Kräutergarten mit ca. 80 verschiedenen Kräutern, die allesamt beschrieben sind. Längs des Erlebnispfades sind auf Holztafeln auch die Bezeichnungen der wild wachsenden Pflanzen (Deutsch, Italienisch, Lateinisch) angeführt. Im Kräutererlebnispfad integriert sind auch mehrere Holzbänke zum Ausruhen und Genießen, ein Steinpendel zum Schaukeln, ein Aussichtsturm sowie ein Dendrophon (großes Xylophon aus Lärchenholz) zum Musizieren im Wald.