Herstellung von ätherischem Öl am Beispiel der Latschenkiefer

 

Gewinnung

Die häufigste Herstellungsmethode qualitativ guter Öle ist die Wasserdampfdestillation. Die Pflanzenteile kommen in einen Behälter, durch den anschließend Wasserdampf geleitet wird. Der aufsteigende Wasserdampf löst die ätherischen Öle aus der Pflanze und reißt sie nach oben. Nach Kondensation in einer Kühlschlange kann man das Öl (mit Wasser nicht mischbar, da leichter als Wasser) vom Wasser trennen. Reine ätherische Öle sind hochkonzentriert und kommen darum nur tropfenweise zur Anwendung. Da es für die Herstellung ätherischer Öle einer sehr komplizierten Apparatur bedarf, wird man diese in der Regel zukaufen und nicht selbst herstellen. Der Preis hängt vor allem von der Ausbeute ab.

  1. Die Latschenkiefer, auch Berg- oder Legeföhre genannt, kommt in der Almregion wild vor. Wenn im Frühjahr der Schnee geschmolzen ist, werden die Zweige eingesammelt. Dazu braucht es eine Genehmigung der Forstbehörde.
  1. Die Zweige mit einem möglichst hohen Nadelanteil werden ins Tal gebracht und klein aufgehäckselt.

  1. Die Zweige mit einem möglichst hohen Nadelanteil werden ins Tal gebracht und klein aufgehäckselt.
  1. Die zerkleinerten Zweige werden mit dem Kran in den Dampfkessel (Alambic) gehoben.
    Der Dampfkessel wird luftdicht verschlossen.
  1. Ein sog. „Dampfgenerator“ erzeugt pro Stunde aus 200 Liter Wasser Wasserdampf. Der heiße Wasserdampf (ca. 120 °C) strömt in den Dampfkessel und steigt durch das Pflanzenmaterial nach oben. Der Wasserdampf reißt die Ölzellen auf und nimmt das ätherische Öl mit.
  1. Im Kühlkessel führen die Rohre spiralförmig durch ein Kaltwasserbad. Hier werden Wasserdampf und ätherisches Öl abgekühlt, sodass sie sich wieder verflüssigen (kondensieren).
  1. In der sog. „Florentiner Flasche“ wird das Öl vom Wasser getrennt. Die zylinderförmige Flasche ist bis zu einem bestimmten Niveau mit Wasser gefüllt. Ab diesem Niveau rinnt nachlaufendes Wasser, welches vom heißen Wasserdampf stammt, laufend weg. Damit nicht auch ätherisches Öl ausfließt, befindet sich der Wasseraustritt deutlich unterhalb des Wasserspiegels. Da ätherisches Öl leichter ist als Wasser, steigen die Öltropfen sofort nach dem Eintreten nach oben und setzen sich oberhalb des Wasserspiegels ab. Mit der Zeit bildet sich eine Ölschicht.
  1. Um das ätherische Öl zu gewinnen, wird der Wasseraustritt unterbrochen, der Wasserspiegel steigt und drückt auch die Ölschicht mit sich nach oben. Das Öl rinnt in das sich in der Mitte der Flasche befindliche Rohr, welches nach außen führt. Dort wird das Öl aufgefangen.
  1. Nach ca. einer Stunde ist der Destilliervorgang beendet. Der Dampfkessel wird entleert. Das verbleibende Pflanzenmaterial wird als Auffüllmaterial oder als Dünger wieder verwendet.
Ausbeute

Nicht alle Pflanzen enthalten gleich viel ätherisches Öl; die Ölausbeute ist sehr unterschiedlich. Für einen Liter Öl werden ungefähr benötigt:

- Latschenkiefer: 300 kg Zweige

- Zirbelkiefer: 200 kg Zweige

- Fichte oder Tanne: 900 kg Zweige

- Waldkiefer: 300 kg Zweige

- Lärche:1.200 kg Zweige

- Alpinwacholder: 1.000 kg Zweige

- Pfefferminze: 350 kg Frischpflanzen

- Kamille: 5.000 kg frische Blüten

 

Einige Anwendungsmöglichkeiten:

  • Duftlampe oder Duftstein (Verdunstung zur Raumbeduftung)
  • Saunaaufguss
  • Badezusatz
  • Herstellung von Massageölen
  • Inhalation
  • Badezusatz
  • Herstellung von Kosmetika
  • Herstellung von Kräuterschnäpsen und Kräuterlikören
  • Herstellung von Gewürzölen

Unsere ätherischen Öle sind von höchster Qualität und zu 100 Prozent rein. Sie werden nur tropfenweise verwendet.