Anbau
Der Anbau von Heilpflanzen in unseren Hausgärten ist eine echte Bereicherung. Ähnlich wie Gemüse benötigen fast alle Heilpflanzen einen sonnigen Standort. Dabei ist zu beachten, dass einige auch als Küchenkräuter Verwendung finden; daher ist es zweckmäßig, dass der Anbau in Hausnähe durchgeführt wird. Je nach Heilkraut erfolgt die Aussaat an Ort und Stelle oder geschützt im Frühbeetkasten, Glashaus oder auf der Fensterbank, um später ins Freie ausgepflanzt zu werden. Bereits vorhandene mehrjährige Pflanzen können auch durch Teilung oder Stecklinge vermehrt werden.


Malve

Ernte
Der beste Erntezeitpunkt ist der frühe Vormittag. Das gilt natürlich auch für Heilkräuter aus Wildsammlung. Geerntet werden nur saubere, trockene Pflanzenteile. An regnerischen Tagen erfolgt keine Ernte.
Welche Teile werden geerntet?
  • Kraut und Blatt
    Die Ernte erfolgt normalerweise vor Beginn der Blüte, womöglich in der Früh, nachdem die Pflanzen vom Tau abgetrocknet sind. Die Ernte des ganzen Krautes ist einfacher als nur die der Blätter. Vergilbte und kranke Blätter sind vom Erntegut zu trennen. Die geernteten Pflanzenteile werden nicht gewaschen.
  • Wurzeln und Wurzelstöcke
    Günstigster Termin für die Ernte von Wurzeln und Wurzelstöcken ist der Spätherbst oder das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb.
  • Blüten
    Reine Blütenware kann nur durch Handarbeit gewonnen werden. Die Ernte erfolgt über den ganzen Tag. Die Ernte ist sehr zeitaufwendig.
  • Samen und Früchte
    Günstigster Erntetermin ist der frühe Morgen. Die ganzen Pflanzen werden abgeschnitten oder ausgerauft und in Büscheln zum Nachtrocknen unter Dach aufgehängt.
Trocknung
Die richtige Trocknung ist sehr entscheidend für die Erhaltung der Inhaltsstoffe. Diese Trocknung erfolgt an der Luft an einem schattigen Platz. Auch technische Trockenapparate wie bei der Obst- und Gemüsetrocknung sind verwendbar. Für 10 m2 Anbaufläche benötigt man ca. 1 m2 Trockenfläche. Die Temperatur soll 35 bis 45° C nicht übersteigen. Das Erntegut muss in dünner Schicht ausgebreitet werden. Die getrockneten Heilkräuter werden in Holzkisten, Blechdosen, Glläsern oder Säcken aus Stoff oder Papier aufbewahrt. Vor dem Abpacken müssen die Kräuter in der Tiefkühltruhe für 2 bis 3 Stunden tiefgefroren werden; somit werden die eventuell vorhandenen Eier der Lagerschädlinge vernichtet. Natürlich können die Heilpflanzen auch gebündelt zum Trocknen aufgehängt werden.